Dieser Gastbeitrag wurde verfasst von Conni, weitere Infos findest du unter dem Artikel.

Wie du gehst nach Hawaii? Das ist doch eine Insel, oder? Soll angeblich ganz schön sein dort… Aber du isst doch gar keinen Schinken?

Nein, es geht hier nicht um Toast Hawaii und ja, das sind die typischen Antworten, die man bekommt, wenn man erzählt, dass man zwei Monate auf Hawaii verbringen wird. Paradiesisch soll es dort sein, immer 30°C und eine tolle Landschaft. Eine konkrete Vorstellung hatten allerdings die Wenigsten. Und ich muss zugeben, die hatte ich auch nicht. Völlig unvorbereitet machte ich mich also auf die Reise ans andere Ende der Welt, ohne Reiseführer und ohne eine einzige Dokumentation gesehen zu haben.

Ich war ohne Plan. Aber das war für mich nicht schlimm. Immerhin hatte ich über „workaway“ eine Familie gefunden, bei der ich eine Weile bleiben konnte. Mir war nicht wichtig in möglichst kurzer Zeit, möglichst viele Städte und Sehenswürdigkeiten zu sehen, sondern ich wollte weg – weg von meinem alten Leben, weg von der Schulzeit, ja, sogar weg von meiner Familie. Ich wollte etwas erleben. Dem Alltag, der mich seit ich denken kann fest im Griff hatte, entfliehen. Ich wollte frei sein, leben, erwachsen und selbstständig sein. Kurzum ich hatte Fernweh.

Es war mir wichtig, einmal in meinem Leben keinen Plan zu haben, in den Tag hinein zu leben und zu lernen, einfach mal den Moment zu genießen.

Im Nachhinein weiß ich , dass ich dazu an keinen besseren Ort hätte kommen können und vor allem in keine bessere Familie.

Deb, die „Mama“ der Familie, empfing mich am Flughafen von O’ahu, der bevölkerungsreichsten der fünf Hauptinseln, mit dem herzlichsten Lachen und einem Lei Blumenkranz, ein typisch hawaiianisches Begrüßungsgeschenk, was mir gleich all meine Angst und Anspannung nahm. Sie und ihr Mann Rob sind bei weitem die großzügigsten, weltoffensten und coolsten Menschen, die ich je getroffen habe. Mit ihnen leben ihr Sohn Justin (28), ihr Adoptivsohn Tyren (24) und dessen Freundin Chey (22). Da die Arbeit bei einem so großen Haus und Garten nie ausgeht, nehmen sie außerdem ca. drei – vier Freiwillige -sogenannte Volunteers- auf. Die drei, Justin, Tyren und Chey haben mit ihren unglaublich coolen Jobs -Unterwasserfotograf, Surflehrer und Guide auf einem Delphintourboot- auch schon genügend zu tun. Was man auf Hawaii halt so für Berufe hat, ist doch klar! Hier kannst du ein paar Unterwasserbilder von ihnen bestaunen: cheyennekanani – Unterwasserfotografie

Diese Bilder sind allerdings von mir:

turtle1

turtle2

Und da sind wir schon beim, meiner Meinung nach, größten Vorteil wenn man bei Einheimischen lebt. Man wird nicht als Tourist angesehen, da man sich schlichtweg abseits der Tourigegenden aufhält. Dazu kommt, dass sie ihr Insiderwissen gerne teilen und mir zeigen wo ich schnorcheln gehen muss, um Schildkröten zu sehen. Wo es die schönsten Wasserfälle gibt und auch wann ich lieber nicht ins Wasser gehe, herumkutschieren auf der Insel inklusive.

So habe ich es geschafft, in einem Monat nur $50 auszugeben. Und das war für bisschen Shampoo und Zahnpasta. Beim Einkaufen bin ich immer und immer wieder über die Preise erschrocken. Hawaii ist wirklich ein sehr teures Pflaster – klar muss ja alles über den halben Pazifik geschippert werden. Umso happier war ich, dass ich volle Verpflegung und ein wunderschönes Zimmer für  gerade mal 4-5 Stunden Arbeit am Tag bekommen habe.

An manchen Tagen bestand die Arbeit aus leichteren Aufgaben, wie Wände streichen, an Anderen mussten wir wortwörtlich Steine schleppen. Von dem einen Ende des Gartens an das Andere. Aber alles machten wir zusammen und dadurch wurden sogar die härtesten Arbeiten erträglich. Bevor wir an den Nachmittagen an den Strand gingen oder eine Wanderung machten, strichen wir also das Haus, sähten neues Gras, kümmerten uns um die Hühner, Hunde, und Pferde und topften z.B. Bananenpflanzen um.

Apropos Bananen: an einem Tag liefen wir gerade vom Strand zurück nach Hause, als mich eine Frau auf der Straße anredete, ob ich nicht ein paar Bananen wolle, denn sie hätte viel zu viele. Die Hawaiianer sind ja berühmt für ihre gute Laune und ihren „Aloha-Spirit“ und ja ich kann diesem Klischee nur zustimmen. Egal wo man läuft, von jedem bekommt man ein freundliches „Aloha“ und ein Lächeln zugeworfen. Und dabei überhaupt nicht aufdringlich, wie ich es in Mittelamerika, wo ich danach war, empfunden habe. Einfach nur nett, die Hawaiianer. Als ich einmal alleine unterwegs war, wollte ich per Anhalter fahren, da ich auf meinen Bus zwei Stunden hätte warten müssen. Eine Frau ließ sich nicht davon abhalten mich in mein Dorf zu fahren, obwohl sie genau in die entgegengesetzte Richtung musste. Erschreckend selbstlos und herzlich!

Oh man, von der Natur sollte ich gar nicht erst anfangen, sonst komme ich gar nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. Einfach atemberaubend.

Mein ganz besonderes Highlight:

Lanikai Beach, dort kann man der Sonne zuschauen, wie sie  zwischen den beiden Miniinseln Moku Nui und Moku Iki aufgeht. Worte können das nur schwer beschreiben…

Ehrlich, von allen Ländern, in denen ich je war, ist Hawaii meine absolute Nummer 1. Also nichts wie hin. Aber kauf davor ein Rückflugticket, sonst kommst du nie wieder zurück!

Über die Autorin: Conni, 19, zog es nach ihrem Abi in München in die weite Welt. Da sie sich weniger für große Städte, sondern für Natur und Landschaften interessiert, war schnell klar, dass die Reise nach Mittelamerika, und das als „Paradies“ bekannte Hawaii, gehen würde.

Connis YouTube-Channel YouTube – Hawaii in bewegten Bildern – von Connie

Connis Instagram –  conni_crossador

2 Antworten

  1. Toller Beitrag. Ich hoffe, dass es bei mir 2017 mit Hawaii klappt. Dann hoffentlich auch mehrere Inseln.
    Schöne Grüße
    Oliver

  2. Ein toller Beitrag! Hawaii steht ziemlich weit oben auf meiner Liste. Leider stehe ich irgendwie mitten im Leben mit Vollzeitjob und so, sonst würde ich es auch so machen,wie Du. Das war genau richtig!

Hinterlasse einen Kommentar