Auslandsaufenthalt als Trend – Working Holiday für Alle

Eingetragen bei: Inspiration | 2

 

„Du warst ein Jahr im Ausland? Wie schön für dich! Das macht ja jetzt irgendwie jeder.“

Heutzutage fällt mir immer wieder auf, dass es als nichts Besonderes mehr angesehen wird, einen längeren Auslandsaufenthalt im Lebenslauf verewigen zu können. Fragt man einmal die heutigen Zwanziger-Jahrgänge ab, wird man so einige Stories erzählt bekommen. Mit großer Wahrscheinlichkeit handeln diese von dem Leben am Strand in Australien, der wunderschönen Natur und ständig wechselnden Szenerie in Neuseeland oder dem Indian Summer in Kanada und den USA.

Als Anreiz aus einem Seminar, mit dem Oberbegriff „Fremdheit“, in dem ich teilnehmen darf, fiel mir diese Fragestellung für eine potentielle Hausarbeit ein und so habe ich etwas recherchiert.

Wird das Auslandsjahr genau jetzt, in diesem Moment, wirklich zum Trend? Was genau steckt dahinter? Welche Länder liegen vorne in der Beliebtheitsskala für Work & Travel Aufenthalte und Freiwilligendienste?

Zuallererst ein ganz großes: JA!

Der längere Auslandsaufenthalt wird zum Trend! Reisen scheint immer größeren Anklang zu finden und die persönliche sowie sprachliche Weiterentwicklung bleiben dabei nicht ganz unbedacht.

Wir wollen uns nicht mehr in der ewig gleichen Umgebung verkriechen. Immer durch dieselben Straßen streifen und die altbekannte Lieblingsbar besuchen (mögen sie aber dennoch). Uns nicht jeden Tag die gleichen Geschichten von den gleichen Leuten anhören. Nein, das haben wir lange genug getan. Also zieht es uns weg. Hinaus, in unbekannte Länder. Und das ist toll! Aufregend und erfrischend! Alles auf einmal!

Doch was genau sind nun die Auslöser für junge Menschen diesen Schritt zu gehen?!

Der Wunsch Erfahrungen zu sammeln ist enorm hoch, das hat nicht unbedingt viel mit dem Ausland zu tun. Aber Erfahrungen auf unbekanntem Terrain, das hört sich schon aufregender an. Vorhandene Langeweile im Job, nach der Schule oder einfache Planlosigkeit für die weitere Zukunft sind ebenfalls große Faktoren.

Dazu kommen dann noch (fast) unbeeinflussbare Situationen wie:

  • Keinen Ausbildungs- oder Studienplatz gefunden?
  • Nach der Schule einfach noch keine Idee, was man eigentlich jetzt mit seinem Leben anfangen soll und in welche Richtung es gehen wird?
  • Etwas mehr Zeit um herauszufinden, was man eigentlich machen will… ist das zu viel verlangt?!

Ein Aufenthalt in der Ferne kann einem da die Augen öffnen oder in eine Richtung weisen. Eine Garantie gibt es aber nicht – man sollte sich also nicht zu sehr darauf verlassen.

Im Ausland kann man sich ausprobieren und die verschiedensten Jobs ausüben – schauen was sich richtig anfühlt. Natürlich handelt es sich nicht um die anspruchsvollsten Tätigkeiten. Allerdings kann auch die Erfahrung in einem Job, den man später nicht machen möchte, dazu beitragen dem richtigen Weg näher zu kommen. Ich habe zum Beispiel herausgefunden, dass ich gerne mit Menschen zusammenarbeite, aber dies nicht hauptsächlich im Sinne von Kunden. Und so setzt sich das Puzzle nach und nach zusammen.

 

 

Trends:

Ganz vorne im Rennen sind die Zufluchtsorte: USA, Australien, Neuseeland und Kanada

Die USA bietet als einzige (von den oben genannten) kein richtiges Working Holiday Visum im eigentlichen Sinne an. Allerdings gibt es das J1-Visum, welches die Kombination von Arbeiten und Reisen in den USA ermöglicht. So können dort etliche Freiwilligendienste und Austauschprogramme verrichtet sowie u. a. auch als Au Pair in Gastfamilien ausgeholfen werden. Ein Nachweis von finanziellen Mitteln ist je nach Dauer des geplanten Aufenthaltes abhängig.

In Australien, Neuseeland und Kanada kann man das Working Holiday Visum ergattern und somit einen klassischen Work and Travel Aufenthalt planen. Von Land zu Land gibt es aber kleine Unterschiede.

Für Australien müssen finanzielle Mitten von ca. 3.500,00 Euro (AU$ 5.000,00) nachgewiesen werden. Bei der Beantragung des Visums musst du mindestens 18 Jahre alt sein und den 31. Geburtstag noch nicht überschritten haben.

Für Neuseeland müssen finanzielle Mittel von ca. 2.500,00 Euro (NZ$ 4.200,00) nachgewiesen werden sowie ein Rückflugticket oder weitere finanzielle Mittel (zusätzlich zu den NZ$4.200).  Auch hier bei der Beantragung des Visums musst du mindestens 18 Jahre alt sein und den 31. Geburtstag noch nicht überschritten haben.

Für beide Ziele bekommt man das Visum in der Regel ohne Probleme einige Tage/Wochen nach Bezahlung der Visagebühr.

Das kanadische Visum bekommt man, wenn man sich in einem festgelegten Zeitraum bewirbt. Wer zuerst kommt, malt zuerst. Falls du es zum ersten Termin nicht schaffst, wird noch ein zweiter Termin mit eigenem Kontingent angeboten.  Auch hier müssen bei der Einreise ggf. finanzielle Mittel vorgewiesen werden können. Der Betrag sollte  zwischen 2.500,00 und 3.000,00 CA$ liegen. Für das Visum musst du mindestens 18 Jahre alt sein und den 35. Geburtstag noch nicht überschritten haben.

Außerdem sollte ein gültiger Reisepass (mind. bis sechs Monate nach dem geplanten Reisedatum) IMMER selbstverständlich und eine Auslandskrankenversicherung vorhanden sein.

Fazit: Ich finde es schön, dass das Reisen mittlerweile so viel Anklang findet und teilweise auch von den meisten modernen Arbeitgebern unterstützt und als fördernd angesehen wird! Vielleicht ist es nichts „Besonderes“ mehr am anderen Ende der Welt gewesen zu sein und sich dort bewiesen zu haben. Doch ich finde es toll, so viele Gleichgesinnte kennen zu lernen und sich auch über Länder, die ich noch nicht mit eigenen Augen sehen konnte, Geschichten zu hören. Ein Austausch ist oft Inspiration pur! Toll, Menschen zu treffen die es auch immer wieder hinaus, in die Welt, zieht. Und meine eigene, persönliche Erfahrung bleibt doch etwas, was niemand anderes genau so erlebt haben kann. Etwas ganz Besonderes!

2 Antworten

  1. Jeder Mensch sollte die Erfahrung des Reisen machen. Es verändert dich. Eine Erfahrung die durchaus dein Leben bestimmen kann und in andere Bahnen lenken wird.
    Ich kann jedem diesen Trend ebenfall warmherzig weiterempfehlen!

Hinterlasse einen Kommentar